Planlos in die Zukunft

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… mit scharfem Senf, bitte!

Planlos in die Zukunft

Eigentlich passiert Nichts ohne einen Plan. Ein Plan gibt immer ein Vorhaben wieder, einen Zustand zu verändern. In der Natur und Tierwelt sicherlich einfacher strukturiert, weil es dort in erster Linie um Nahrungsaufnahme und Fortpflanzung geht. Aber auch dort dreht es sich um das Erreichen eines Ziels.

In der Menschen-Welt geht es ungleich komplexer zu. Sei es die Reise in den Urlaub, der Zusammenbau des neuen Regals, oder der wöchentliche Einkauf. Wirklich ungeplant läuft bei uns nichts ab. Und mal ehrlich, ohne Konzept würden wir im totalen Chaos enden und untergehen.

Eigentlich, denn es gibt natürlich die berüchtigten Ausnahmen von der Regel. Dass diese an kritischen Schaltpunkten zu finden sind, ist sowohl betrüblich, als auch beängstigend. Obwohl es wenig verwunderlich ist, denn braucht man sich um sein Auskommen nicht zu sorgen, lässt sich ungeniert über den Rest regieren. Abseits vom wirklichen Leben, lassen sich Entscheidungen fällen, die einen nicht selbst (be)treffen.

Unser Gruppenzwang und Hierarchie-Verliebtheit verlangt allerdings nach einem ungekrönten König. Tatsächlich existiert dieser in Person eines dubiosen Herrn Günther Oettinger. Seines Zeichen Digitalkommissar in der EU (Nein, das hat nichts mit der akribischen Detailrecherche eines Polizeikommissars zu tun). Erstaunlicherweise verantwortet Herr Oettinger ein Sparte, von der er scheinbar nur in der Zeitung etwas gelesen hat.

Zum Glück gibt es da ein paar Führungspersönlichkeiten, die ihm den rechten Weg flüstern und in deren Umfeld man sich gerne sonnt. Mir ist übrigens deren geheimes Zugangskennwort zugespielt worden – aber bitte nicht weitererzählen: Arbeitsplätze. Damit lassen sich an vielen Stellen verschlossene Türen öffnen.

Doch zurück zur digitalen Zukunft. Industrie 4.0 wurde unlängst ausgerufen und das Internet der Dinge steht vor der Tür. Es sei dahingestellt, ob der Kühlschrank eigenmächtig einkaufen muss, obwohl das natürlich Amazon gefällt, die heftig mit dem Arbeitsplatz-Trumpf wedeln.

Irgendwer hat Herrn Oettinger wohl ins Ohr geflüstert, dass Monopole eher ungesund sind – solange es nicht das eigene Unternehmen ist. Lautstark wird Google bekämpft, wobei offensichtlich wird, dass Herr Digitalkommissar nichts begreift. Einen Nagel treibt man nicht mit der Säge ins Holz. Aber wahrscheinlich braucht er auch dafür eine Erklärung … – ach, lassen wir das.

Leistungsschutzrecht. Was für einen Minenfeld. Betreten nur für Ortskundige. Nur ein Digitalkommissar nimmt jede Mine mit, ohne auch nur einen Kratzer davonzutragen.

Kostenlos wohnen wir einem sagenumwobenem Kabarett-Programm bei, doch die Tränen in unseren Augen zeugen nicht von Heiterkeit, sondern von Angst vor einer planlosen Zukunft.


Lesenswerte Ausführungen:
t3n: Günther Oettinger und das Leistungsschutzrecht: "Das ist ein Witz, oder?"

Kommentar: Pressefreiheit à la Oettinger

Leistungsschutzrecht: Günther Oettinger twittert sich um Kopf und Kragen

t3n: 10 irre klingende Zitate von Günther Oettinger, die uns Angst machen


06.10.2016 | Tags: #Digital #EU #LSR #Leistungsschutzrecht #Politik #Zukunft

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