Politiker gehören vor Gericht - Teil 1

Keinen Schimmer

… mit scharfem Senf, bitte!

Politiker gehören vor Gericht - Teil 1

Wo soll ich bloß anfangen? Die Liste ihres Versagens ist ellenlang und reicht von Kleinigkeiten bis zu ungeheuerlichen Verfehlungen. Das Bedauerliche an der ganzen Schose ist nur, dass die einzige Bestrafung der Machtverlust ist, weil der Wähler sein Kreuz woanders gesetzt hat. Obwohl, das hat der geknechtete Bürger längst begriffen, damit keine Veränderungen zu erreichen sind.

Für das Brechen ihrer populistischen Versprechen ernten sie maximal etwas Schelte in den Medien, was sie mit einem Schulterzucken abtun. Bei dem Kniefall vor der Wirtschaft stimmen sie in deren Chor ein und krakeelen den vorgegebenen Text von den Arbeitsplätzen mit. Darüber hinaus wird aber nicht nachgesehen, ob alles mit rechten Dingen zugeht.

Apropos mit rechten Dingen. Klammheimlich, weil die weltweite Aufmerksamkeit auf andere Geschehnisse gerichtet war, haben die Möchtegern-Europa-Herrscher das Freihandelsabkommen mit Japan durchgewunken (JEFTA). Das ist allerdings keinen Deut besser als TTIP oder CETA. Wie auch bei diesen ist das Paradoxe, dass sich die vermeintlich intelligenten Machtspieler selbst ins Abseits stellen. Sie degradieren sich zu Nebendarstellern ohne Einfluss, die nur noch Marionetten der Wirtschaft sind. Ganz schön dämlich.

Doch Leiden wird das Volk. Wie immer und immer mehr, aller (technischen) Entwicklungen zum Trotz. Gerade die technischen Errungenschaften versklaven die Menschen zunehmend. Natürlich sind die ein Stück weit dafür selbst verantwortlich, doch kann man von allen das Wissen voraussetzen, was notwendig ist, um alles durchblicken und verstehen zu können? Wohl kaum, dazu ist ja nicht mal unser Verwaltungsapparat und deren Vorturner in der Lage. Vielmehr wird dort eine Ahnungs- und Hilfslosigkeit an den Tag gelegt, die erschreckend ist und zu Recht mit Achtungsverlust abgestraft wird.

Es kommt sicher nicht von ungefähr, dass die Bezeichnung Volksvertreter kaum noch Anwendung findet und langsam in Vergessenheit gerät. Von den Bürgern mit einem eindeutigen Auftrag gewählt, sie verantwortungsvoll zu vertreten. Und sind Politiker eigentlich nicht auch Teil des Volks? Doch so wie sich dieses Pack in den letzten Jahrzehnten entwickelt hat, lässt sich deren Entfremdung nicht mehr schön reden … und von der Hand weisen erst recht nicht mehr.

Im Auftrag der Wirtschaft muten sie ihren Untertanen immer mehr zu, verstärken den Druck und misstrauen ihnen dann auch noch in zunehmenden Maße. Wobei sie sich nicht zu Schade sind, die Schuld den Betroffenen in die Schuhe zu schieben. Zu guter Letzt werden sie immer Kurzsichtiger. Weiter als bis zum Ende der eigenen Legislaturperiode reicht der Blick nicht mehr. Spätere Generationen dürfen dann den verbockten Mist ausbaden. Darauf wird geschissen, geht es doch nur um das Auskosten des kurzen Augenblicks der Macht – der Herrschaft über die Unbedarften.

Alle Entscheidungen sind nur zu unserem Besten … wir sind eben nur zu Dumm um es im Einzelnen zu verstehen. Weißte Bescheid, oder?

Demokratie? Das wird proklamiert, steht vielleicht auf dem Papier und denken wohl die Meisten, oder hoffen es zumindest. Doch in Wahrheit befinden wir uns längst an den Anfängen einer Hegemonie. In diesem Punkt sind sich weltweit mehr Länder einig, als sie zugeben würden – wenn es ihnen denn bewusst wäre. Von dem Rest hat ein Großteil auf den totalitären Kurs geschwenkt, um den Unterschied zwischen Führung und Gefolgschaft auszubauen und zu betonen.

Die Diskrepanz zwischen Mars Missionen und rückwärtiger Entwicklung der Gesellschaft(sformen) ist schon krass. In diesem Spannungsfeld baut sich fortwährend Druck auf, der sich immer häufiger entlädt und an Wucht zunimmt. Die Menge der Extremisten wächst, egal welcher Richtung man sie der Einfachheit halber zuordnet. Entscheidend ist, dass deren Zuwachs nur aus der Mitte kommen kann.

Politik verliert immer mehr die Kontrolle, verschärft daraufhin die Maßnahmen, schürt damit die Unzufriedenheit, worauf die Gewalt zunimmt … ist dieser Kreislauf noch zu stoppen?

Politiker vergehen sich an den Schutzbefohlenen, verweigern die Erfüllung ihres Auftrags und veruntreuen die ihnen überlassene Macht.

Und sie verdrehen ihre Vorhaben soweit, dass die dahinter verborgenen Absichten immer schwerer zu erkennen sind. Viel schlimmer noch, schieben sie den schwarzen Peter einfach uns unter, kriegen sie ihr Ansinnen nicht durch. Wahrheiten werden so stark verzerrt, dass es schmerzt, aber nicht reicht sie Lügen zu nennen.

Bei diesen Vorbildern ist es nicht verwunderlich, dass Werte den Bach runter gehen. Moral – Anstand – Vernunft? Längst weggespült. Verdrängt von Skrupellos – Gier – Rücksichtslos, den Credos der allmächtigen Kapitalindustrie. Doch statt sich den Blutsaugern entgegenzustellen, putzt Politik den roten Teppich noch heraus.

Politiker werden vom Volk als deren Vertreter gewählt und sind eigentlich nur diesem und ihrem Gewissen unterworfen. Allerdings beweisen sie täglich, dass dem nicht so ist. Wie Gewissenlos muss man sein, um bei dieser Diskrepanz nicht vom eigenen schlechten Gewissen zerfressen zu werden?

Überall in den Ländern nimmt nationalistisches Gedankengut und Verhalten zu, weil Politiker nicht begreifen, dass am Ende ein undefinierbares und ungenießbares Irgendwas herauskommt, wird wahllos alles und alle in einen Mixer gekippt. Kein Politiker will über einen Kamm geschert werden … aber das Volk muss das hinnehmen? Da ist deren Rebellion kein Wunder und Selbstverschuldet.

Mag Unfähigkeit für sich kein Prozess tauglicher Anklagepunkt sein, dürften die daraus resultierenden Vergehen an der Menschheit allemal reichen. Alleinig mit einem Kreuz bei der nächsten Wahl seinen Unmut kundzutun, kann zu weitreichenden Schäden führen, wie es Vielerorts bereits zu erleben ist – und damit sind nicht nur Umweltschäden gemeint.

Eine Fortsetzung der eingeschlagenen Entwicklungen wird unweigerlich seine zerstörerischen Kräfte zeigen. Wenn wir uns anmaßen, uns mittels Intelligenz von den Tieren zu unterscheiden, sollten wir diese endlich für Menschlichkeit einsetzen. Aber arbeiten wir nicht daran, diese durch Technik zu ersetzen?


Nach dieser allgemeinen Betrachtung, beschäftigt sich der zweite Teil mit einigen konkreten Beispielen.


17.07.2017 CETA, EU, Freihandel, Politik, TTIP, Unfähig, Zukunft

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