Krankheitsindustrie

Liegt der Politik, den Pharmaunternehmen und Krankenkassen wirklich unsere Gesundheit am Herzen? Sicher? Rabatte geben Krankenkassen nicht weiter und sacken sich das Geld selber ein. Ein Schmerzmittel zeigt seine Fähigkeiten in der Krebstherapie, wird aber bekämpft, weil damit kein Geld mehr zu verdienen ist. Um den Nachschub an Kranken zu sichern, wird schon bei den Lebensmittelproduzenten angesetzt: Gift auf den Feldern und Antibiotika verseuchtes Geflügel. Die Branche dürfte das Wort “Gesundheit” nicht mal in den Mund nehmen. 

Krankenkassen haben ihrer Bestimmung nach eine menschliche Verantwortung. Die Versicherten vertrauen und verlassen sich auf deren Unterstützung, wenn sie gesundheitliche Hilfe benötigen. Im Besonderen erwarten sie einen ehrlichen und transparenten Umgang. Gesundheit ist intim und die meistgenannte Antwort der Menschen auf die Frage nach ihrem höchsten Gut.

Vermehrt bemühen die Versicherungen sich als Gesundheitskasse darzustellen. Zugleich jammern sie gemeinschaftlich über zu geringe Einnahmen, denen steigende Kosten gegenüber stehen. Ist es wirklich so schlecht um das Gesundheitswesen bestellt?

Ob nun Gesundheits- oder Krankenkasse die passende Bezeichnung ist, sei mal dahin gestellt. Tatsache ist, sind alle Menschen immer gesund, bräuchten wir sie nicht. Das wäre für uns sicher ein wünschenswerter Idealzustand, für die Versicherungen natürlich verheerend. Gut, dann würden sie erst gar nicht existieren und wir könnten uns jegliche Diskussionen ersparen. Weil dem nicht so ist, darf der kritische Blick nicht ausbleiben.

Im Gegensatz zu ihrer Bezeichnung, fußt das Gesundheitswesen auf kranke Menschen. Halten wir mal das Ziel, kranke wieder gesund zu machen, zu Gute, dreht sich inzwischen eine Milliardenschwere Industrie um unser Unwohlsein. Mit Krankheiten wird massenhaft Geld verdient. Von diesem fetten Kuchen versuchen viele Parasiten ihren Anteil abzustauben. Wie gierige Raubtiere scharren sie sich um die Beute. Damit ihre Quelle nicht versiegt, sorgen sie gemeinsam nicht nur für dessen Erhalt, sondern bemühen sich um eine Zunahme. Je mehr Menschen krank und je länger sie dies sind, umso mehr Geld kann abkassiert werden. Denn auch in dieser zutiefst menschlichen Existenzgrundlage zählt heutzutage nur noch der schnöde Mammon.

In diesem Reigen spielt, möglicherweise unerwartet, ausgerechnet die Lebensmittelindustrie eine Hauptrolle. Essen und Trinken sind Grundbedürfnisse. Weil niemand darauf verzichten kann, es aber auch in diesem Wirtschaftszweig nur ums Geld geht, wird möglichst billig produziert. Ungesundes Fraß, für das der menschliche Körper ungeeignet ist, wird uns mit viel Tamtam untergejubelt. Krankheiten sind die unausweichlichen Folgen. Verbraucherorganisationen monieren zwar diese systematische und vorsätzliche Schädigung, aber Politiker sehen keinen Handlungsbedarf, weil sie Teil des Problems sind.

Allerdings agieren vor den Lebensmittelherstellern die viel zu wenig beachteten Nahrungsmittelproduzenten mit ihren Gehilfen, wobei gerade unter denen die eigentlichen Übeltäter zu finden sind. Die Firmen Monsanto und Bayer haben einen verdient unrühmlichen Bekanntheitsgrad erreicht. Es sind skrupellose Giftmischer, die sich wie Heilige gebären, weil sie sich als Retter der Menschheit sehen. Nur mit ihren Giften sei der unvermeidlich eintretende Ernährungsmangel zu bewerkstelligen. Hierzu mögen folgende Worte reichen:

Wie können wir nur glauben, dass es eine gute Idee ist, unsere Nahrung mithilfe von Giften anzubauen.
(Dr. Jane Goodall)

Neben den Giften hält diese Branche und ihre Unterstützer die aggressiv vorangetriebenen Genmanipulationen für einen Segen und ist überzeugt, dass diese ungefährlich sind und keine negativen Folgen für den Mensch haben. Die natürliche Evolution wird beeinflusst, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Hätte die Natur die vorgenommenen Eingriffe für sinnvoll erachtet, hätte sie in den Millionen Jahren ihrer Existenz sich die entsprechenden Eigenschaften selbst angeeignet. Natürlich werden diese Veränderungen Folgen haben. Der Mensch glaubt mal wieder Gott spielen zu können und unbestraft zu bleiben. Dabei verspottet die Natur längst die Feierabend Götter. In kurzer Zeit hat sie Gegenmaßnahmen entwickelt. Die Reaktion des einfältigen Menschen war absehbar, noch mehr manipulieren, noch stärkere Gifte. Bestimmt wird das unserer Gesundheit förderlich sein.

Aber zum Glück gibt es ja noch die Pharmaindustrie. Die meint es nur gut mit uns und tut alles in ihrer Macht stehende, um die Schäden anderer auszubügeln. Die agieren völlig uneigennützig – also fast … naja, vielleicht auch doch nicht so sehr. Wenig verwunderlich hat man dort kein Interesse an gesunden Menschen. Ein nicht abreißender Strom an Kranken lässt deren Herzen jubeln. Und wenn vergiftetes Essen immer neue Krankheiten hervor zaubert, leuchten die Augen. Des Forschers Köpfchen braucht Nachschub und gewiefte Manager wissen ein Maximum an Geld herauszupressen. Nur nicht die Nebenwirkungen vergessen, die könnten neue Krankheiten verursachen, somit mehr Forschung und noch mehr Geld.

Doch zurück zu den Krankenkassen. Die handeln mit den Pharmafirmen Rabattverträge aus, um Medikamente günstiger einzukaufen, sacken diesen Nachlass aber selber ein, anstatt ihn an ihre erkrankten Beitragszahler weiterzugeben [1]. Schlimmer noch, machen sie immer mehr Medikamente zuzahlungspflichtig. Ja, es sind die Krankenkassen, die festlegen, ob der Verbraucher 5 oder 10 Euro dazu bezahlen muss. Diese Möglichkeit verlockt zur Willkür, was dem Empfinden nach auch leidlich ausgenutzt wird.

Viel gravierender für das Unwohlsein der Patienten sind hingegen zwei vor Jahren auf den Weg gebrachte Faktoren: Die Privatisierung der Krankenhäuser und die Einführung von Fallpauschalen. Ersteres hat aus Krankenhäusern Wirtschaftsunternehmen gemacht, womit sie sich automatisch der wichtigsten Wirtschaftsregel unterworfen haben, mit minimalem Einsatz einen maximalen Ertrag zu erzielen. Zweiteres bedeutet, dass am grünen Tisch festgelegt wurde, was Krankheiten kosten. Oder andersherum, wie viel für eine Krankheit gezahlt wird. Es steht also vorher fest, wie hoch der Verdienst für Ärzte und Krankenhäuser beim jeweiligen Krankheitsbild ist. Weil die Pauschalen von den Krankenkassen bestimmt wurden, die selber wirtschaftlich agieren und daher möglichst wenig zahlen wollen, sind diese so niedrig wie möglich angesetzt.

Es erklärt sich schon von selbst, dass ein Konflikt zwischen wenig Zahlen und viel Einnehmen geschaffen wurde. Auf der Strecke bleibt als großer Verlierer: Der Patient. Mit diesen letzten Winkelzügen wurde das menschlichste Heiligtum, die Gesundheit, der Macht des Geldes unterjocht. Denn wohin führten diese Entscheidungen? Ärzte haben keine Zeit mehr, um sich angemessen den Leiden ihrer Patienten zu widmen und Krankenhäuser operieren am Fließband, häufig sogar unnötig, um ihren Soll zu erreichen.

Nimmt daher eine Krankenkasse das Wort Gesundheit in den Mund, ist das kolossal zynisch. Bereits auf den Feldern der Bauern wird dafür gesorgt, dass sich ein ganzer Wirtschaftszweig seine Einnahmen sichert: Die Krankheitsindustrie!

Immer wird uns eingetrichtert, Wettbewerb fördere den Markt und käme den Konsumenten zugute. Das ist Augenwischerei. Richtigerweise findet ein Wettkampf statt. In der Natur der Sache liegt, dass es neben Gewinnern immer mehr Verlierer gibt. Für die Wirtschaft zählt nur Gewinnen und sie hat Macht und Mittel, um sich durchzusetzen.

Eierskandal – Dieselskandal – von Spuren unerträglicher Mast mit Chlor bereinigte Hühnchen – zunehmend Nitrat verseuchtes Grundwasser – Bienensterben – Fettleibigkeit – Diabetes – Glyphosat

Sind dies nur spontane Einfälle, ließe sich die Liste zu einer unerträglichen ausweiten. An dem Trend zu immer Billigerem mag der Verbraucher beteiligt sein, bewusst Schuldig eher weniger. Penetrant mit Werbung verführt und sinkende Einkommen reduzieren das selbstbestimmte Handeln. Ein tief verwurzelter Hang zur Bequemlichkeit erledigt dann den Rest. Prinzipiell hält der Konsument die Macht in der Hand und könnte im Grunde alles ändern. Das erfordert natürlich Initiative … wäre da nur nicht die Krux mit der Faulheit.

Kann dieses teuflische Karussell gestoppt werden? Das kann es und sollte unbedingt erfolgen. Natürlich nicht von Heute auf Morgen und der Widerstand auf Seiten der Geldabschöpfer wird enorm sein. Denn es schneidet ihnen die bequem und reichlich fließenden Quellen ab. Sie werden entweder radikal umdenken müssen, oder gleich ganz obsolet. Entscheidend ist, dass sich Gesundheit aus der Macht des Geldes befreit.

Gesundheit ist ein Grundrecht und kein Spekulationsobjekt.

Gewisse Grundbedürfnisse, wie eben Gesundheit, oder zum Beispiel auch das (Trink)Wasser, sollten nicht zur Ausbeutung gierigen Raubtieren überlassen werden – sie gehören unter staatliche Aufsicht. In der Welt existieren einige Ansichtsmodelle: Schweden, Dänemark, Spanien, Portugal, Italien, Großbritannien, Irland, Niederlande, Kanada, Australien [2]. Keine Frage, auch dort hakt es und ist nicht alles rosig [3], unterm Strich schneiden deren Systeme aber besser ab, als unser angeblich gerechtes Solidarprinzip. Zudem bieten diese Vorlagen die Möglichkeit, deren Schwächen zu analysieren und für ein eigenes System zu optimieren. Hier soll dieser Faden allerdings nicht weiter gesponnen werden, das würde eindeutig zu Lang werden.

Krankenkassen abschaffen – was wird deren Geschrei groß sein. Aber wo wir doch immer mehr Gleichheit schaffen wollen, wäre dies ein konsequenter Schritt. Unabhängig von der Umsetzbarkeit, verlieren wir uns wahrscheinlich in endlosen Diskussionen. Ob es nun zu marxistisch oder sozialistisch sei, dürfte nur eine davon sein. Letztlich wird sich die Geldmacht nicht die Butter vom Brot nehmen lassen und sich das schwächste Glied weiterhin mit trockenen Krümel zufrieden geben müssen.

Ergänzung 1: (18.08.2017)
In dem Reportage Magazin PlusMinus zeigt ein Bericht die ganze Niederträchtigkeit dieser Krankheitsindustrie auf [4]. Eine Wissenschaftlerin fand heraus, dass das Medikament Methadon die Wirkung von Chemotherapien so stark verstärkt, dass Krebs recht zuverlässig bezwungen wird und große Tumore sich entgegen aller Prognosen verkleinern. Zudem liegen die Behandlungskosten im Cent Bereich. Methadon ist vom Grundsatz her ein Schmerzmittel und als solches schon viele Jahre bewährt.

Nun könnte man meinen, die doch angeblich um unser Wohl bemühte Branche bricht in Jubelschreie aus und befasst sich eifrig mit dieser Entdeckung – weit gefehlt. Ganz im Gegenteil sogar. Die Wissenschaftlerin wird belächelt und nach dem ersten Fernsehbericht im April diesen Jahres obendrein angefeindet. Keine weiteren Studien werden gestartet [5]. Ärzte verschreiben das Medikament nicht, brechen überdies die Behandlung von Patienten ab, die es sich von woanders beschafft haben. Sie stellen sich wissentlich gegen ihren geleisteten Eid. Kollektiv ließe sich das Verhalten der Beteiligten als unterlassene Hilfeleistung bezeichnen, womit es zu einer Straftat wird und entsprechend verfolgt werden sollte.

Warum diese Verweigerung? Die Antwort ist so simpel wie beschämend: Geld! Für Methadon ist der Patentschutz vor geraumer Zeit ausgelaufen, weshalb es zu einem günstigen Massenprodukt geworden ist. Ärzte sind daher von der Pharmaindustrie angehalten ein Medikament zu verschreiben, das nicht nur starke Nebenwirkungen hat, dessen Behandlung zudem 25.000 Euro pro Quartal kostet. Dass die geizigen Krankenkassen dieses Spiel mitspielen, ist dabei schon verwunderlich. Wahrscheinlich kriegen sie ein Stück vom Kuchen ab und schließlich bezahlt ja die Gemeinschaft aller Versicherten den Preis – also Du und Ich.

Dieses aufgedeckte Beispiel zeigt in seiner Gänze, wie verlogen und korrupt die Branche ist. Das hat schon kriminelle Ausmaße und erinnert eher an Mafia Strukturen. In erschreckender Deutlichkeit wird bewiesen, dass Profit wichtiger ist, als die Gesundheit von uns Menschen.

Und ja, deren Argumentation ist bekannt, weil eintönig immer dieselbe Leier wiederholt wird: Die Erforschung neuer Medikamente kostet Milliarden. Ja und?

1. Was ist das für eine Forschung, die den jetzt entdeckten Zusammenhang nicht gleich selber findet?
2. Ist das ein Grund neue Erkenntnisse zu torpedieren, nur weil sie dem Konto nicht genehm sind?
3. Wäre nicht Dankbarkeit und neu entfachter Elan die passende Reaktion?

Ich kann nur ein Fazit ziehen: In dieser Form ist das System selbst ein bösartiges Geschwür. Wenn wir es nicht behandeln und in bisheriger Weise weiter ernähren, wird es uns zerfressen.

Ergänzung 2: (30.08.2017)
Der aufgedeckte Betrug in der Pflege-Branche mit einem Schaden in Milliarden Höhe ist in vielerlei Hinsicht erschütternd. Am wenigsten verwunderlich ist das Zutreffen einer wohl bekannten Weisheit: Gelegenheit macht Diebe. Natürlich die skrupellosen Russen, womit sie jeder kritischen Diskussion über Ausländer einen Bärendienst erweisen. Unglücklich, um es mal vorsichtig auszudrücken.

Dass Pflegebedürftige und/oder ihre Angehörigen die Hand mit aufhalten, ist beinahe verständlich. Dürfte sich das betroffene Klientel eher am unteren Rand des Einkommensgefüges befinden. Ein monatliches Zubrot von bis zu 800 Euro wischt da schnell jede Zweifel beiseite. Dass das Betrugssystem auf diese Mitwirkung fußt, macht es ebenso tönernd wie anrüchig.

Wirklich erschreckend ist die Leichtigkeit und Dimension, in der es möglich ist, der Pflegekasse das Geld aus der Tasche zu ziehen. Letztlich der Allgemeinheit, die brav ihre Zwangsbeiträge jeden Monat einzahlt. Bei der Größenordnung ist es fast schon zweitrangig, welche Gründe dafür verantwortlich sind. Ob nun mangelhafter Kontrolle und/oder fehlender Datenabgleich die Schuld in die Schuhe geschoben wird, spielt an diesem Punkt keine Rolle mehr. Auf beeindruckende Weise zeigt dieser Fall, wie krank das System ist.

Die inzwischen häufig wiederholten Zustände in der Pflege dürften ihren Anteil an dem Betrug haben. Modernes Sklaventum trifft auf keine Branche so sehr zu, wie die Mitarbeiter in der Pflege. Ohne Bekanntes zu wiederholen, ist das Problem hausgemacht. In Richtung der Verantwortlichen könnte man voller Schadenfreude rufen, selber Schuld, wenn wir nicht alle betroffen wären.

Politik und Kranken-/Pflegekassen haben auf ganzer Linie versagt. Krankheitsindustrie trifft daher zu, weil die ganze Ausrichtung des Systems krank ist.

Weitere Informationen:

[1] Nur jedes vierte Rabattarzneimittel ist zuzahlungsfrei (Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e. V.)

[2] Gesundheitssystem (Wikipedia)

[3] Auch anderswo ein Spielfeld für Ideologen (Handelsblatt)

[4] Das arznei-telegramm hat sich mit der Theamtik befasst und stellt fest, dass mit nur einer einzigen Studie keine verlässlichen Aussagen zu treffen sind. Beim derzeitigen Wissensstand rät man dort von dem Methadon Einsatz ab.