Nach mickriger Ablasszahlung gewinnen Atomkonzerne wieder Oberwasser

Keinen Schimmer

… mit scharfem Senf, bitte!

Nach mickriger Ablasszahlung gewinnen Atomkonzerne wieder Oberwasser

Jetzt, wo sich die Atomkonzerne mit läppischen 24 Milliarden Euro aus der Verantwortung für den verursachten Müll freikaufen konnten, kann man ja mal tolle Gehirngespinste in den Raum werfen und gleich wieder mit dem Finger auf die Politik zeigen.

Billig davon gekommen, tritt man mit breiter Brust auf, um sich gleichzeitig vom Saulus zu trennen, in dem man plötzlich weiß, wie die Welt zu retten ist und gerne als Paulus vorweg reiten will.

Aber weil es den Konzernen so arg schlecht geht, muss die Politik bessere Voraussetzungen schaffen [1]. Vor allem dieser Strompreis ist viel zu billig, um damit eine ökologisch akzeptierte Zukunft zu gestalten. Andere Branchen stöhnen hingegen über den viel zu teuren Strom. Klassischer Interessenskonflikt, bei dem eine Lösung eher unrealistisch ist.

Zurechnungsfähigkeit

Wer sich fragt, ob dort alle nicht ganz dicht sind, oder man einer Satire-Show beiwohnt, liegt gar nicht so falsch. Jahrzehnte wurde mit dem angeblich zu billigen Strom richtig Asche verdient, weil dessen Herstellung noch viel billiger war. Hochmütig wurden die ersten Bemühungen der Naturstrom Pioniere belächelt. Unbeirrt an den Bestand von Atom- und Kohlestrom festgehalten. Und mit den 40.000 bis 100.000 Jahre tödlichen Strahlungen des Atommülls müssen sich sowieso spätere Generationen befassen, also warum jetzt den eigenen Profit belasten.

Wem jetzt danach gelüstet, die selbstverliebten Gockel ohne Schutzanzug in die Ruinen von Fukushima zu schicken, zeigt eine durchaus nachvollziehbare Reaktion.

Natur wird von Entwicklung geprägt, was im Besonderen auf uns Menschen zutrifft. Die Abkehr von fossilen Brennstoffen stellt keinen Rückschritt dar, denn eine Energiegewinnung aus natürlichen Ressourcen gab es bisher nicht. Wind und Wasser wurden in den zugehörigen Mühlen zwar genutzt, aber eher mit dem Hintergrund der Kraftverstärkung.

Großmütig haben die Konzernmanager darauf verzichtet sich der neu formierenden Bewegung anzuschließen. Warum sollte man auch das weich gepolsterte Nest für etwas Unbekanntes verlassen? Kein Gedanke wurde daran verschwendet, dass gerade der Aufbruch zu neuen Ufern die Menschheit nach Vorne gebracht hat. Unabhängig davon, dass deren Schädigungen der Umwelt uns bald zu massivem Umdenken zwingt, weil sich die Natur verstärkt gegen die Belastungen durch den Parasiten Mensch wehrt. Aber wo Geld die Sinne vernebelt, finden solche Überlegungen kein Gehör.

Retter in letzter Not

Mit Getöse will man jetzt voRWEg gehen. Schließlich hat man ja schon immer gewusst, dass erneuerbare Energie die Lösung ist. Allerdings resultiert der hektische Aktionismus aus dem Umstand, dass den Unternehmen durch den von der Regierung beschlossenen Atomausstieg regelrecht das Nest unterm Hintern weggezogen wurde. Mit enormen Aufwand müssen die Abgehängten nun den Abstand aufholen. Was liegt da näher, die eigene Größe in die Waagschale zu werfen und neben einen roten Teppich noch die Polsterung des holprigen Wegs einzufordern? Die vermeintlichen Retter pfeifen aus dem letzten Loch. In letzter Not wird nach einem einfachen Weg gesucht. Da ist man sich nicht zu fein, um wie ein beleidigtes und trotziges Kleinkind an Muttis Rockzipfel zu zupfen. Immerhin wird ihr die Schuld für die eigene missliche Lage angelastet.

Unterm Strich

Stillstand wird bestraft. Immer. Automatisch. Von anderen. Während die Bürger häufig durch Politik und Wirtschaft zu Bewegung und Veränderung gezwungen werden, igeln sich Unternehmen in einer einmal geschaffenen, sprudelnden Geldquelle ein und kümmern sich einzig um die monetäre Vermehrung. Schickt sich dann die Umwelt an sie abzuhängen, wird in den Jammer-Modus geschaltet und die Lobbyisten-Armee alarmiert.

Die Atomkonzerne derart billig aus der Verantwortung zu entlassen, ist ein völlig falsches Signal. Den Steuerzahler dafür blechen lassen, wird der Politik hoffentlich nochmal kräftig auf die Füße fallen. Im Extremfall melden die Unternehmen Insolvenz an. Die Verantwortlichen trifft das nicht, weil die ihre Schäfchen längst im Trocknen haben. Sie sitzen dann mit betroffener Mine auf Presskonferenzen und bedauern, dass sie zu diesem Schritt gezwungen waren – also andere Schuld haben. Ausbaden müssen deren Unfähigkeiten die Unschuldigen, die Mitarbeiter und Klein-Aktionäre.

Diesem Irrsinn muss mal Einhalt geboten werden.

Zuletzt

Natürlich ist es richtig, die Zeit der fossilen Brennstoffe zu beenden. Diese Erkenntnis ist aber nicht erst gestern plötzlich aufgetaucht. Die Konzernlenker waren und sind schlicht unqualifiziert. Wenn die Befriedigung raffgieriger Aktionäre im Mittelpunkt steht und das Kerngeschäft nur noch zum Auspressen dient, endet der Weg in einer Sackgasse – wie nicht nur hier bewiesen wird. Dass zudem derartiges Fehlverhalten mit Gehältern in Millionenhöhe belohnt wird, lenkt den Nachwuchs von Beginn an auf die falsche Bahn. Unverantwortlich.

Und Politiker sollten ebenfalls zur Rechenschaft gezogen werden – aber alleine das Wort müssen viele wohl inzwischen im Fremdwörterlexikon oder bei Wikipedia nachlesen. Dieser Kuhhandel ist ein Verrat an das Volk und die Zukunft.


[1]: Auslöser: Vattenfall will innerhalb einer Generation weg von fossiler Energie


21.07.2017 | Tags: #Atomkonzerne #Politik #Unfähig #Wirtschaft #Zukunft

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